

lines to adjust
2025
Liniensystem auf Asphalt
TU Chemnitz, Institut für Angewandte Bewegungswissenschaften
Kinder finden auf jeder Straße ein Spiel. Der Spalt zwischen den Pflastersteinen wird zum tiefen Graben, den es zu überspringen gilt. Der Bordstein zum Schwebebalken.
Der Wirkung der Linie, die Flächen unterteilt und Räume kennzeichnet, können auch wir Erwachsene uns nicht entziehen.
Die Arbeit knüpft an das Motiv der Spielfeldmarkierung an. Mit dem Unterschied, dass die hier vorliegenden Formen kein uns bekanntes Spielfeld referieren.Damit die Liniensysteme in unserem Alltag ihre ordnende Wirkung entfalten können, müssen wir gemeinschaftlich den ihnen zugrunde liegenden Regelkanon verinnerlicht haben.Der Zebrastreifen berechtigt den Fußgänger zum Überqueren der Straße. Die Startlinie darf nicht vorzeitig übertreten werden.Da wir kein Regelwerk zur Nutzung dieser Linien kennen, bleibt lediglich, sie selbst mit Bedeutung zu füllen. Handelt es sich womöglich um die Notation einer Bewegung? Welche Zonen dürfen betreten werden, welche nicht? Gibt die Art der Linie eine Bewegungsform vor? Das Ankommen auf dem Institutsgelände kann so durch einen Moment gekennzeichnet sein, in dem man sich aktiv und achtsam mit seiner Bewegung auseinandersetzt.
Der Ursprung der Linien erschließt sich erst aus der Höhe. Der Blick aus der oberen Etage des Forschungsgebäudes erlaubt es, die Umrisse in Gänze zu erfassen. Sie referieren Schnittmusterzeichungen von Kleidung, die mit verschiedenen Aspekten der Bewegungswissenschaften in Beziehung stehen. Es finden sich Muster für Sportbekleidung und Orthesen,für Forschung, Wettkampf und Training.
Jeder Körper ist anders, und so bildet die individuelle Anpassung des Schnittes die Grundlage für die optimale Passform. So wie auch die verschiedenen Disziplinen der angewandten Bewegungswissenschaften das allgemein Gültige immer in Beziehung zum individuellen Körper setzen.






©Jakob Adolphi

Tastmodell für das Deutsche Kleingärtnermuseum Leipzig
Lucy König und Sarah Pschorn
2025
Bronze auf Postaer Sandstein
Auftragsarbeit für das Deutsche Kleingärtnermuseum Leipzig. Das Werk zeigt ein Modell der ersten Kleingartenanlage sowie des Kleingärtnermuseums. Der Guss der Bronze erfolgte durch die Kunstgießerei Straßacker.
Die Plastik, die auch als Tastmodell fungiert, fördert die Zugänglichkeit von Kunst und Kultur für alle - Wir danken für die Förderung des Projektes durch das Investitionsprogramm Barrierefreies Bauen 2025 »Lieblingsplätze für alle« des Freistaates Sachsen und der Stadt Leipzig.



©Jakob Adolphi