
UPCOMING


03.07.2026 bis 28.02.2027
Hamburger Bahnhof
Invalidenstraße 50
10557 Berlin
Di, Mi & Fr 10–18 Uhr
Do 10–20 Uhr
Sa& So 11–18 Uhr
Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart
Die Gruppenausstellung von [ materialistin ] versammelt die acht in Leipzig arbeitenden Bildhauer*innen Laura Eckert, Enne Haehnle, Elisabeth Howey, Lucy König, Agnes Lammert, Wibke Rahn, Theresa Rothe und Sophie Uchman und hebt neue Formen kollektiver Praxis und Solidarität hervor. Ein Signal, das im Jubiläumsjahr weit über den Hamburger Bahnhof hinausweist.
Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin
Foto: Kay Zimmermann
PAST

Bei Anja Spitzers Arbeiten finden wir die Spuren, den Abdruck eines Körpers in Bewegung. Wir erahnen die menschliche Existenz, doch was in Erscheinung tritt ist die Reduktion. Das pure Material erscheint bei Spitzer vielgesichtig und zeigt neben schroffen Passagen seidig weich fließende in schwarz, beige und grünblau. Die stattgefundene Bewegung ist darin konserviert und öffnet über die Spuren des menschlichen Körper hinaus ein weites skulpturales Formenspektrum mit je sehr eigenem, fein komponiertem Grundklang. Ob Strudel, Streifen, Krater, wir können nur erahnen was zuvor statt gefunden hat.
Lucy Königs Arbeiten erzählen Geschichten von Vergangenem im Heute. Es sind Hinweise auf Orte oder Handlungen. Erinnerungsbilder entstehen. Gegenstände und Emotionen sind eingeschrieben in Stein und Ton. Was bleibt und was bricht weg? Objekte, die uns an was erinnern. Was prägt? Und was bleibt? Königs Arbeiten formen Leerstellen aus, materialisieren Momente der Behauptung.
In der Ausstellung Counterparts findet eine Gegenüberstellung der beiden Positionen statt. Es gilt die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu entdecken und in der Symbiose neue Perspektiven zu eröffnen.
Fotos: Lorenz Wendt







lines to adjust
2025
Liniensystem auf Asphalt
Kunst am Bau Projekt für die
TU Chemnitz, Institut für Angewandte Bewegungswissenschaften
Kinder finden auf jeder Straße ein Spiel. Der Spalt zwischen den Pflastersteinen wird zum tiefen Graben, den es zu überspringen gilt. Der Bordstein zum Schwebebalken.
Der Wirkung der Linie, die Flächen unterteilt und Räume kennzeichnet, können auch wir Erwachsene uns nicht entziehen.
Die Arbeit knüpft an das Motiv der Spielfeldmarkierung an. Mit dem Unterschied, dass die hier vorliegenden Formen kein uns bekanntes Spielfeld referieren.
Damit die Liniensysteme in unserem Alltag ihre ordnende Wirkung entfalten können, müssen wir gemeinschaftlich den ihnen zugrunde liegenden Regelkanon verinnerlicht haben.
Der Zebrastreifen berechtigt den Fußgänger zum Überqueren der Straße. Die Startlinie darf nicht vorzeitig übertreten werden.
Da wir kein Regelwerk zur Nutzung dieser Linien kennen, bleibt lediglich, sie selbst mit Bedeutung zu füllen. Handelt es sich womöglich um die Notation einer Bewegung? Welche Zonen dürfen betreten werden, welche nicht? Gibt die Art der Linie eine Bewegungsform vor? Das Ankommen auf dem Institutsgelände kann so durch einen Moment gekennzeichnet sein, in dem man sich aktiv und achtsam mit seiner Bewegung auseinandersetzt.
Der Ursprung der Linien erschließt sich erst aus der Höhe. Der Blick aus der oberen Etage des Forschungsgebäudes erlaubt es, die Umrisse in Gänze zu erfassen. Sie referieren Schnittmusterzeichungen von Kleidung, die mit verschiedenen Aspekten der Bewegungswissenschaften in Beziehung stehen. Es finden sich Muster für Sportbekleidung und Orthesen,für Forschung, Wettkampf und Training.
Jeder Körper ist anders, und so bildet die individuelle Anpassung des Schnittes die
Grundlage für die optimale Passform. So wie auch die verschiedenen Disziplinen der angewandten Bewegungswissenschaften das allgemein Gültige immer in Beziehung zum individuellen Körper setzen.
Fotos: Jakob Adolphi
Video: Franz Lermer





